Konzeption der christlichen Lebensberatung
In der Mitte der Arbeit der christlichen Lebensberatung steht die persönliche Erfahrung des einzelnen Mitarbeiters in seinem Verhältnis zu Jesus Christus. Das seelsorgerliche Gespräch, die Wiederherstellung seiner eigenen Persönlichkeit in der Verbindung zur Kindschaft mit dem lebendigen Gott.
Der Aufruf Gottes
"Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott" ist für diesen Dienst massgebend. Jesaja 40,1: Die Basis des Vergebens und des Trostes, des Ermutigseins, liegt im Gnadenangebot Gottes durch seinen Sohn Jesus Christus. Um zu einem neuen Leben zu gelangen, bedarf es der Ermutigung: gut zureden, ermuntern, raten und Ermahnung. Göttlicher Trost hat die Heilung, Stärkung und Neubelebung des ganzen Menschen zum Ziel, so dass aus intensiver Zuwendung und liebevollem Zuspruch neue Hoffnung erwachsen kann. (Grünzweig u.a., 1988, Biblisches Wörterbuch, S. 350-352, R. Brockhaus Verlag).
Ein weiterer Punkt der Arbeit der christlichen Lebensberatung ist der Aufbau, die Förderung sowie der Erhalt der Beziehungsfähigkeit des Einzelnen zu Gott (vertikale Beziehungsebene) und zu den Mitmenschen (horizontale Beziehungsebene). Das Doppelgebot der Liebe ist diesbezüglich Ausgangspunkt und Ziel
"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten." (Matthäus 22,37-40)
Das "Ja" Gottes zu uns Menschen, seine für uns oft unvorstellbare Liebe (Gottes Liebe) legt den Grundstein für eine gesunde Identität (Selbstliebe), welche die Liebe zum Nächsten (Nächstenliebe) bedingt. Die Dienstangebote richten sich an Einzelpersonen (Männer wie Frauen), Ehepaare, Familien und(Kirchen-) Gemeinden bzw. Gemeinschaften als auch Personen und Institutionen, die dem christlichen Glauben gegenüber offen sind. Die konfessionelle Zugehörigkeit des Ratsuchenden bzw. der konfessionelle Status der jeweiligen Institution oder Gemeinde ist für die Inanspruchnahme eines Dienstangebotes nicht entscheidend!
Christliche Beratung/Mentoring
In der Christlichen Beratung, als auch dem Mentoring, wird mit Hilfe biblischer Wahrheiten und christlich-psychologischer Erkenntnisse der eigene Problemlöseprozess des Ratsuchenden begleitet und dessen individuelle Kompetenz unterstützend gefördert. Unterschieden wird je nach Fragestellung und der jeweiligen Situation des Ratsuchenden zwischen inhaltlicher, prozessualer und personen- bzw. aufgabenorientierter Christlicher Beratung. Unter Mentoring wird die ratgebende, helfende und anregende Begleitung verschiedener Lebenssituationen verstanden.
Die Christliche Beratung erfolgt im Einzel- und/oder Gruppensetting und umfasst bei der Einzelberatung 50 Minuten. Die Häufigkeit bzw. Regelmässigkeit der Christlichen Beratung wird den jeweiligen Bedürfnissen des Ratsuchenden individuelle angepasst.
Christliche Therapie
Der menschliche Interaktionsprozess wird in der Christlichen Therapie auf den personalen, dreieinigen Gott und die Realität der unsichtbaren Welt (Transzendenz) ausgeweitet. Die verschiedenen Formen des Gebetes nehmen dabei eine entscheidende Schlüsselstellung ein. Dadurch eröffnet die christliche Therapie Räume für das heilende Wirken Gottes.
Die Förderung der persönlichen Gottesbeziehung stellt dabei ein wesentliches Ziel Christlicher Therapie dar.
Gebet, Vergebung, Segnung u.a. biblische Verhaltensweisen bzw. Gesetzmäßigkeiten sind ebenso Bestandteil wie rekonstruierte Erkenntnisse aus säkularen Therapierichtungen wie z.B. kognitive Situationsanalyse, Elemente der lösungsorientierten Kurzzeittherapie, etc..
Begegnungs-,. Beziehungs- und Liebesfähigkeit soll auf allen Ebenen der Beziehung gemäss des Doppelgebotes der Liebe (zu Gott, sich selbst und den Mitmenschen) ermöglicht werden. Der Klient soll aus der Beziehung zu Jesus Christus heraus sein Leben verantwortlich gestalten lernen.
Die Christliche Therapie erfolgt ebenfalls im Einzel- und/oder Gruppensetting und umfasst im Einzelsetting 50 Minuten und im Gruppensetting 90 Minuten.
Die Häufigkeit bzw. Regelmäßigkeit der Christlichen Therapie verläuft zu Beginn des christlich-therapeutischen Prozesses in engeren Abschnitten (wöchentlich, gegebenenfalls mehrmals pro Woche). Im weiteren Verlauf der Christlichen Therapie werden größere Abstände zwischen den jeweiligen Therapiesitzungen angestrebt.
Therapeutisches Setting - Erstgespräch
Was die Dienstangebote christliche Therapie und Beratung betrifft, besteht die Möglichkeit, dass der Ratsuchende zu den jeweiligen christlichen Therapie- oder Beratungssitzungen (dem therapeutischen Setting) beständig eine weitere dritte Person seines Vertrauens hinzuziehen kann. Primär wird dadurch erreicht, dass die externen Christlichen Therapie- bzw. Beratungsgespräche in der Alltagspraxis mit Hilfe eines Freundes oder Co-Seelsorgers umgesetzt werden können. Des weiteren bleibt die Unabhängigkeit des Ratsuchenden vom therapeutisch Handelnden gewahrt. Zudem wird auf die diakonische Verantwortung der jeweiligen Gemeinde hingewiesen. Vor der Aufnahme einer christlichen Therapie oder Beratung steht ein 45-minütiges Erstgespräch, in dem nach der Darstellung der Situation bzw. des Anliegens des Ratsuchende ein erster Versuch unternommen wird, zu einem tieferen Verständnis der Problematik zu gelangen. Ferner dient das Erstgespräch zur Abklärung, in welcher Form ein christlich-psychologisches Hilfsangebot in Anspruch genommen werden sollte: Christliche Therapie oder Beratung/Mentoring, oder andere alternative Formen. Werden entsprechende Christliche Therapie- oder Beratungsgespräche nach einer mehrtägigen Zeit der Entscheidungsfindung aufgenommen, wird zwischen dem Christlichen Therapeut bzw. Berater und dem Ratsuchenden eine Dienstvereinbarung schriftlich fixiert. Darin werden die Regelmäßigkeit der Sitzungen, die Kosten- und Absageregelung, die Bedeutung der Mitarbeit sowie die Verpflichtung zur Schweigepflicht und Supersvision seitens des Christlichen Therapeuten bzw. Beraters vertraglich geregelt.
Therapeutische Gruppen
Die Therapeutische Gruppe bietet Ratsuchenden die Möglichkeit sich innerhalb einer Minigruppe von max. vier Personen auf individuelle seelsorgerliche Fragestellungen einzulassen. Die regelmäßig stattfindenden homogenen Treffen, werden von einem erfahrenen Seelsorger geleitet. Im Rahmen der persönlichen Seelsorge im Gruppensetting finden Austausch, therapeutische Interventionen und das Gebet für den Einzelnen ausreichend Raum.
Schulungen
Schulungen zielen darauf ab, "Menschen in ihrem Dienst, für den Aufbau des Reiches Gottes" auszurüsten (Epheser 4,12). Familien und Gemeinden als Orte der Heilung sollen unterstützt und gefördert werden, um sich selbst in 'Liebe' aufzubauen. Das bedeutet, dass z.B. interessierte Gemeindeglieder, im Rahmen einer Schulung innerhalb der Gemeinde, befähigt werden sollen, multiplikatorisch und selbständig in die Gesamtgemeinde oder in der Streetworkszene hinein zu wirken. Dies kann z.B. durch Seelsorge-Schulungen oder den Aufbau bzw. die Begleitung gemeindlicher Seelsorgedienste als auch mit Hilfe von Seminaren zu ausgewählten Themen geschehen.
Seminararbeit/Tagesseminare
Im Rahmen von strukturierten und in sich abgeschlossenen Tagesseminaren (Zeitrahmen: 9.30 - 17 Uhr) werden seelsorgerliche und auch weiterbildende Themen in der Teilnehmergruppe erarbeitet. Mit Hilfe von kurz gehaltenen Impulsreferaten, Austausch in Kleingruppen, therapeutischen Kreativelemente und Gebet kann sich der Teilnehmer dem jeweiligen Thema individuell annähern bzw. auseinandersetzen.
Vorträge
Vorträge zu bestimmten Themen werden angeboten als auch auf Anfrage in Hauskreisen, Gemeinden/Gemeinschaften in enger Absprache individuell erarbeitet.

